Ein Gastbeitrag von Aline über das zusammen Arbeiten in Mugg's Varieté.
Vor gut einem Jahr besuchte ich den Zirkus Mugg für eine Nachmittagsvorstellung während des Varietés. Am späten Abend kam ich an, lief über die in den Schnee gefrästen Wege und wurde bereits drt von der Stimmung auf dem Platz verzaubert. Simone Hauser führte uns über das Gelände, stellte die Zirkusfamilien wie auch andere Mitarbeitende vor. Einer meiner ersten Gedanken war: „ Es muss speziell schön sein, hier arbeiten zu dürfen.“ Und damit ploppte ein Traum in meinem Kopf auf: auch einmal an so einem Ort arbeiten zu dürfen.
Ein Dreiviertel Jahr später sass ich bei meinen Grosseltern auf dem Sofa und telefonierte mit Darinka Muggli, um die Details für meinen Arbeitsvertrag zu besprechen. Mein kleiner Traum wurde wahr. Während des Varietés Traumschmiede arbeitete ich während den meisten Shows im Service und während dern restlichen Vorstellungen in der Küche. So mixte ich an einem Abend Zirkusaperitifs, schenkte Wein aus und sagte die Sprüchlein für den jeweiligen Gang auf. Am anderen Abend türmte ich Butterberge, setzte hochkonzentriert die Vegi-, Allergie- oder Tischnummerklämmerli an die Hauptgangteller und verlieh den Macarons die elektrisierte Frisur. Ich erhielt also einen vielseitigen Einblick— von den Arbeiten im Hintergrund bis zum Bedienen der Gäste. Beide Seiten während der Abende zu kennen, half mir, Abäufe besser zu verstehen und mir von Show zu Show einen Rundumblick zu erarbeiten.
Im Zirkus Mugg zu arbeiten bedeutet allerdings nicht nur, Abläufe zu befolgen und die To-do-Listen während der fünf Blocks abzuarbeiten. Man wird von der Zirkusfamilie und dem festen Team herzlich aufgenommen. Zum Einen sind die Abende eng durchgetaket. Zum anderen kommt der Spass während dem Arbeiten, die Freude und die Herzlichkeit, mit der man auch als Neuling— so wie ich es war — aufgenommen wird, nicht zu kurz und sind ein wunderschöner Ausgleich zur herausfordernden Servicearbeit. Wir alle freuten uns Abend für Abend darauf, die Gäste mit dem Rutschbahnservice zu überraschen, machten uns das „Rämliauffüllen“ der Etageren zur Kopf-Balance-Challenge und standen das Finale über mit einem Grinsen im Gesicht hinter dem Vorhang. Ich hoffe, Sie können sich die gute Zusammenarbeit durch meine Worte zumindest ansatzweise vorstellen, denn es ist für mich eine grosse Ehre und Freude gewesen, Teil dieses Teams sein zu dürfen.
Ich kann und möchte diesen Blogbeitrag definitiv nicht mit einem Perfekt-Satz beenden. Ich wurde nämlich im Mugg von verschiedenen Seiten gefragt, wann ich denn wieder komme— und dass ich ja nicht für immer gehen dürfe. Ich bin gerührt, in diese Welt eintauchen zu dürfen und immer herzlich willkommen zu sein. Ich bin das erste Mal gekommen, aber ganz bestimmt nicht das letzte Mal da gewesen.
Der untenstehende lyrische Text von mir passt sehr gut dazu, wie ich finde:
irgendwie
gibts so menschen
die niemanden
in den schatten stellen
um sie herum strahlt
ein warmes licht
da gibts gar keinen schatten
man wird eingeladen
in dieses warme leuchten und möchte
am liebsten da bleiben
für immer